60 Jahre 1968 minus 2: Antikriegsprotest beim Amerikahaus West-Berlin
1968 begann heute vor 60 Jahren im Kiez der Technischen Universität Berlin. (2 Jahre zu früh also.)
Bei der ersten großen Demo gegen den Vietnamkrieg in West-Berlin am 5. Februar 1966 warfen Studierende Eier auf das Amerikahaus am Bahnhof Zoo. Die Folgen: Botschafter, die Urlaube abbrachen; Unipräsidenten und Bürgermeister, die sich in Entschuldigungen überschlugen; Springer-Kampagnen, die zur Jagd auf Studierende anstachelten.
So viel Wind um eine Packung Eier! (Angeblich von einem Schaubühnen-Mitgründer für 1,99 D-Mark erstanden.) Was sind ein paar Eier gegen einen Krieg, der drei Millionen Leben fordern wird?
Aber die Aufladung hatte natürlich Hintergründe: Die existentielle Abhängigkeit West-Berlins von den USA kollidierte mit der moralischen Verfehltheit des amerikanischen Kriegs in Vietnam. Das akademische Weltverbesserertum einerseits tanzte mit den Ressentiments rechter Milieus gegen Studierende und Unis andererseits.
Gerade die letzten Jahre in Berlin haben uns gezeigt, dass diese Abgründe noch lange nicht überwunden sind. 1968 begann in West-Berlin also zwei Jahre zu früh – und offenbar ist es immer noch nicht ganz vorbei.





