Zu!

(Idee leider geklaut.)

(Idee leider geklaut.)
Mir fallen von Stunde zu Stunde mehr Dinge ein, die ich gerne anders gemacht hätte in meinem Text bei der gestrigen Abiklausur in Englisch. Das ist vermutlich der Grund, warum man seine Texte sonst nicht voreilig aus der Hand gibt und nicht nach fünf Stunden drucken lässt. Aber natürlich haben Prüfungen nichts mit dem wirklichen Schreiben von Texten zu tun.
Es schmerzt mir ehrlich gesagt etwas, meinen Text weggegeben zu haben. Es lag mir wohl zu viel an ihm. Und es bedrückt mich, dass dieser Text jetzt irgendwo weit entfernt von Stapel zu Stapel wandert und letzten Endes in eine Zahl verwandelt wird, die sich mit vier Bit ausdrücken lässt. Und ich dann auf diese Zahl schauen darf, vielleicht nochmal kurz meinen Text sehe und es das dann war. Kafka, sage ich mir, wenn ich daran denke, wie man in diesem Prozess außerhalb meiner Sphären ein Urteil über mich fällt, ich kein Plädoyer mehr habe.
Irgendwie denke ich manchmal: Diese CDUler wollen mich doch verarschen! An der Regierung sein und die Schließung Tempelhofs mitbeschließen und dann ein paar Jahre später rufen: Tempelhof muss Flughafen bleiben! Wie sehr es hier um den Volkswillen geht, sieht man schon an der Kampagne. Super-Designt springen mich die Plakate der ICAT überall in der Stadt an. Die Leute glauben doch nicht ernsthaft, dass das von einer Basisbewegung finanziert wird, oder?!
Dabei betreibt diese Kampagne ähnlich viel Wahrheitsverschiebung wie jede normale kommerzielle Werbung. Da heißt es: „Weltstadt oder Provinz?“ Nunja, ich weiß nicht, was ein Flughafen, auf dem keine wichtige, große Linie landen kann, weil er zu klein ist, mit Weltstadt zu tun hat.
Oder auch: „Alle Macht geht vom Volke aus!“ Selten so gelacht, aber soll das Volk jetzt ernsthaft, nur um seine Macht zu demonstrieren, für einen Flughafen stimmen, der ihm überhaupt nichts bringt? Also ich persönlich würde lieber auf dem Gelände grillen (und hey, ich bin Vegetarier!), anstatt am Zaun den Kopf einzuziehen, immer wenn ein Flugzeug landet.
Noch besser: „74 Prozent der Berliner sind für den Erhalt von Tempelhof.“ Achja, und woher habt ihr diese Zahl? (Mal ganz davon abgesehen, dass diese Idee zu billig aus der Wahlkampagne der Grünen 2005 geklaut wurde..) Und bezieht sich die Zahl auf den Bezirk, das Flughafengebäude (das hat der alte Speer ja wirklich ganz schick entworfen) oder tatsächlich auf den Flugbetrieb. Habt ihr den Leuten auch ganz sicher erklärt, dass hier wirklich einzig und allein über den Flugbetrieb abgestimmt wird?
Dann heißt es auch: „Hört auf euer Herz, nicht auf den Regierenden.“ … und dahinter steht nicht mehr geschrieben: „Aber hört bloß auf das, was wir euch sagen!“
Etwas unsinniger wird’s dann bei: „Zukunft schreibt man mit JA!“ Das wäre mir erstens neu und zweitens: Ja, ich bin dafür, dass man diese riesige Fläche sinnvoller nutzt als für einen Murksflughafen und stattdessen den Flugbetrieb komplett BBI überlässt.
Zuletzt wäre da noch: „Berlin hat was, was sonst keine Stadt hat: Tempelhof.“ Und auch wenn diese Propaganda suggerieren will, die anderen wären neidisch auf uns, denken wir doch mal so drüber nach: Warum haben die anderen wohl keinen Flughafen in der Innenstadt, auf dem keine großen Flieger landen können, der trotzdem Lärm und Schmutz erzeugt, dafür aber umso mehr Miese einfährt? Huh, irgendeine Idee?
So, dann ist wohl meine Schulzeit vorbei. Noch ein paar Prüfungen und dann geht’s weiter. Nur meine Deutschklausur habe ich noch nicht zurück – dabei heißt es doch extra in Paragraph 14, Absatz 5 der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe:
„Klausuren sind unverzüglich zu korrigieren.“
und in Absatz 8 weiter: „Schriftliche Lernerfolgskontrollen können von der Schule zeitweilig einbehalten werden. Sie sind spätestens am Ende des Schuljahres oder Kurshalbjahres zurückzugeben, sofern nicht wichtige Gründe einen längeren Einbehalt notwendig machen.“
Am Dienstag, dem 12. Februar 2008, wäre Darwin 199 Jahre alt geworden, wenn die Evolution uns nicht so elendig sterblich gemacht hätte. Selbst Darwins Schildkröte, Harriet, ist ja schon 2006 im Alter von 176 Jahren gestorben. Ganz unabhängig von Darwin, oder vielleicht auch zu seinen Ehren, zierten jedenfalls am 12. Februar 2008 große, gut lesbare Schriftzüge die Fassade um Hof1. Es handelte sich um diverse links-intellektuelle Zitate (siehe Kasten) und Sprüche wie: „An etwas Übernatürliches zu glauben, ist menschlich. Es auszunutzen, ein Verbrechen.“
Da denkt man sich: Aha, hier hat wohl der internationale Atheismus zugeschlagen. Offenbar vermutete jemand Inteligent Design in unserem Lehrplan oder pflegte andere Vorbehalte gegen katholische Schulen. Und das wollte er uns mitteilen – auf unseren Wänden.
Schon am nächsten Morgen war alles entfernt. Mit Hochdruck (vgl. letzte Ausgabe) hatte der Hausmeister am Nachmittag daran gearbeitet. Doch frech, wie solche Graffitischmierer sind, kehrten die Täter am Valentinstag wieder und ließen uns wissen: „Steine vergessen nie“ und „Wer Wände säubert, verbrennt auch Bücher“ oder auch „Ales [sic!] Gute zum Valentinstag“. Das kam dieses mal nicht ganz so intellektuell rüber. Vielen erschloss sich nicht, was saubere Wände und verbrannte Bücher miteinander zu tun haben sollen. Vielmehr ist doch das Bemalen von Wänden Sachbeschädigung, also Verbrechen!
Doch wollen wir uns hier um etwas Empathie bemühen. Aus einem anderen Blickwinkel war das auf unseren Wänden Meinungsäußerung – unabhängig davon ob nachvollziehbar oder nicht. Wenn unser gesamter Umgang mit der Meinung eines anderen darin besteht, ihren Ausdruck zu beseitigen, dann unterscheiden wir uns nicht von denen, die Bücher verbrennen. Dennoch unterscheidet sich hier natürlich die Situation: Die Wände gehören der Schule. Und wenn die Schule entscheidet, dass diese nicht zur Meinungsäußerung gedacht sind, so ist das ihr gutes Recht.
Könnten die Sprayer nicht andere Formen der Kommunikation wählen? Man kann doch auch auf Papier schreiben oder mit Leuten reden. Man kann publizieren, bloggen, demonstrieren, appellieren. Dennoch: Man möchte ja auch gehört werden. Und dazu ist Provokation ein gängiges Mittel. Zu leicht geht man sonst unter im heutigen Chaos der Kommunikation. Damit die Botschaft wirklich ankommt, muss man sie dem anderen leider aufdrängen.
Sich mitzuteilen, wird vorwiegend den gewöhnlichen Bürgern schwer gemacht. Wer Geld hat, der kann es sich leisten, seine Botschaft und seinen Namen allgegenwärtig zu machen. Unternehmen sponsoren alles von Kunst bis Sport, sodass es keine Kultur mehr gibt ohne sie. Auf T-Shirts sehen wir ihre Zeichen. In Zeitungen besetzen sie die ersten Seiten. In den Straßen verfolgen uns ihre Plakate. Zu Hause schalten sie sich zwischen unsere Lieblingsfilme. In der Schule stellen sie ihre Cola-Automaten auf. Nur unsere Wände gehören noch nicht ihnen und ihren Botschaften – weisen Sprüchen wie: „Come to Marlboro Country“ oder „Just do it.“
Dieses Phänomen, dass Kommunikation uns verfolgt, anstatt auf uns zu warten, kommt also aus zwei Richtungen: Einmal von unten im Schutze der Nacht und einmal von oben legitimiert durch Geld. Wenn die großen Marken den öffentlichen Raum für ihre Botschaften nutzen dürfen, warum darf es dann nicht die Basis der Gesellschaft? Darf Meinungs- und Redefreiheit denn vom Geldbeutel abhängen? Ist der Charakter der Botschaft denn nicht ein besseres Maß für ihre Berechtigung?
Denn auch im Charakter unterscheiden sich die Botschaften essentiell: Von oben möchte man uns manipulieren. Wir sollen kaufen und Umsätze generieren. Von unten möchte der Sender in erster Linie seine Meinung äußern, seine Identität bewahren.
Während die einen somit schlicht unser Geld wollen, möchten die anderen sich bloß artikulieren. Das Ziel der einen ist Haben, das der anderen Sein. Wieso verurteilen wir stets letztere?
„Und nächste Woche Dienstag schreiben wir einen kleinen Test. Ich teile Ihnen am Donnerstag zwei Blätter aus, die Sie dann lernen. Nichts weltbewegendes, nur stumpfes Auswendiglernen.“ Ein Auswendiglern-Test, na klasse! Keine drei Wochen sind es mehr, dann endet der Schulunterricht für uns 13er.
Heute ist der erste April, vielleicht scherzt die Lehrerin ja nur. Doch das „April, April!“ bleibt aus. Seit schätzungsweise drei Jahren schrieben wir nun keine sinnlosen Pauk-Tests mehr. Zum Abschied jedoch scheint das eine nette Idee. Wir sollen uns übers Wochenende zwei Seiten mit rhetorischen Mitteln in den Kopf hämmern. Begründung: „Damit Sie ein Gerüst haben.“ Ein Gerüst wofür ist die Frage! Die Hälfte von uns schreibt kein Abi in Deutsch. Die anderen werden mit diesem Gerüst wohl auch nicht mehr als einen Punkt mehr oder weniger rausholen. Alle werden wir die wunderbaren griechischen Namen für Sprachmittel bald wieder vergessen haben. Ein-Zwei werden wir uns merken, um dann eines Tages damit prahlen zu können: „Ich weiß, was eine Synekdoche ist!“ Allerdings: Das wollen wir alles nicht mehr wissen. Wikipedia weiß es im Zweifelsfall.
Bis zum letzten Tag lehrt der Deutschunterricht nicht, was klarer Ausdruck ist, wie man eine ordentliche wissenschaftliche Arbeit schreibt, wie eine gute Rede funktioniert, was eine tiefe Geschichte braucht oder wie man für sich selbst Weisheit aus einem Werk zieht. Nein, man nutzt den letzten Tag dazu, noch einmal zu quälen mit: Metapher, Montage und Metonymie. (Das letzte ist so etwas ähnliches wie eine Synekdoche.) Ich werde sie nicht vermissen.

… Alle kommen!
DGX: BattleSpace 9142 war lange mein persönliches Lieblingsprojekt. Denn es stellt die Verschmelzung zweier meiner Lieblingsspiele dar. Ich spiele normalerweise nicht viel am PC, aber FreeSpace 2 sowie BattleField 1942 hatten es mir wirklich angetan. Darum war es auch ganz logisch, dass ich im Frühling 2004 mit der Entwicklung meines Traumspiels anfing. Leider kamen mir irgendwann Studium, Arbeit und Politik dazwischen.

Das Konzept ist schnell verstanden, wenn man FreeSpace und Battlefield kennt: Es gibt große Raumschlachten mit Kreuzern, Jägern, Bombern, Geschützen und Stationen, die sich mit fetten Lasern beschießen wie in FreeSpace. Allerdings sind diese nicht FreeSpace-mäßig gescriptet, sondern laufen frei im BattleField-Stil ab. Es wird also um Subraumportale ( = Flaggen in BF) gekämpft, die als Spawnpunkte für Spieler und große Schiffe dienen und deren Einnahme den Ticketverfall der Gegner beschleunigt.
Battlefieldlike gibt es vier Klassen: Aufklärer sind schnell, aber schwach und stören außerdem die gegnerischen Sensoren, verstärken allerdings auch die eigenen um Störungen aufzuheben.
Die normalen Jäger haben ordentliche Feuerkraft und sind immernoch schnell genug. Sie sind die ideale Waffe gegen alles, was kleiner als ein Kreuzer ist.
Bomber sind träge und schwer gepanzert. Sie führen Bomben mit, die kleinere Schiffe in tausend Stücke sprengen könnten, wenn sie nicht so langsam wären. Die Aufgabe der Bomber ist es, die feindlichen Großkampfschiffe und Stationen zu bekämpfen.
Unterstützer sind die letzte Spielerklasse. Sie sind seehr langsam, dafür aber nur schwer zu zerstören und mit einem Laderaum voller Raketen. Sie können Raketen und Reperaturmaterialien auf nahe Schiffe teleportieren und somit zur Aufmunitionierung und Reperatur beitragen.
Des weiteren gibt es einige Schiffstypen, die der Spieler nicht Steuern kann: Frachtschiffe müssen für gewöhnlich von einem Punkt zu einem anderen geleitet werden. Stationäre Kanonen dienen dazu Punkte abzusichern. Kreuzer sind fett und schießen alles kurz und klein. Stationen sind noch deutlich fetter (2 km Durchmesser in Spiel-Einheiten). Geplant, aber noch nicht integriert, sind noch die Flagschiffe, die nochmal deutlich größer als die Stationen werden sollen…
Es gibt auf allen Maps zwei Fraktionen: Evianer und Y’thear. Erstere haben ein etwsa helleres Schiffsdesign und legen wert auf robuste Schiffe. Die Y’thear-Schiffe sind zumeist bei Wendigkeit und Geschwindigkeit überlegen, weshalb allerdings nicht ganz so viel Energie für die Waffensysteme übrig bleibt. Außerdem sind Y’thearschiffe nicht ganz so gut gepanzert wie evianische. Auch ansonsten gibt es leichte Unterschiede zwischen den Rassen.

Dank der grandiosen Mitarbeit von Steffen, Sebastian und DerHase sowie dank Isas Geduld gibt es seit heute eine echt geile neue DGX-Version. Download und mehr.